Lohnt neue Hardware?

Ich habe selbst immer wieder überlegt, was so ein neuer Core i7 wohl bringt. Ich arbeite ja schließlich nicht mit irgendwelcher Grafik-Hardware. Doch es bringt wirklich eine Menge, gerade für Entwickler.

Mein neuer Rechner

Nach jetzt ca. 5 Jahren und einigen Upgrades war meine Entwicklungsmaschine endlich mal soweit, dass sie meinen Anforderungen zunehmend weniger gewachsen war. Gemerkt habe ich das vor allem daran, dass ich, sobald ich alle Tools gestartet hatte, um meine Anwendungen zu entwickeln, die Maschine trotz 8 GB RAM nicht mehr mitkam. Die bisherige Ausrüstung bestand aus einem Core2 Duo, 8 GB DDR2-RAM und sonst nicht viel mehr.

Das Problem sind nicht so sehr die einzelnen Komponenten einer Maschine, die für sich genommen eigentlich ganz annehmbare Werte in Benchmarks erzeugen. Das Problem ist der Wandel in der Art, wie heute Programme erzeugt werden. Zum einen benutze ich zunehmend immer mehr virtualle Maschinen beim Programmieren. Ich habe einfach keine Lust, mir irgendwo einen Oracle-Server aufzubauen oder immer wieder die gleichen SQL-Server-Instanzen aufzubauen. Also lagere ich immer mehr in virtuelle VMWare-Images aus und lasse die Server darin laufen. Das funktioniert auch einwandfrei, sorgt aber dafür, dass mein Develop-Rechner erst nach gefühlten 30 Minuten soweit vorbereitet ist, dass ich wirklich F5 drücken kann. Das er dann auch noch träge ist, brauche ich wohl kaum zu erwähnen.

Das andere Problem ist, das immer mehr Produkte Aufgaben im Hintergrund erledigen wollen. Dienste starten, Updates kommen rein, WCF-Services wollen im IIS Express gehostet werden usw. Das alles kostet Performance und vor allem Zeit. Debugging wird teilweise wirklich zur Qual.

Also her mit der neuen Maschine. Die Eckdaten:

  • Intel Core i7-2600 (3,4 GHz, QuadCore, 8 logische CPU)
  • 16GB DDR-3 RAM (1,6 GHz)
  • AMD Radeon 6900 (1 GB RAM)
  • 500 GB SATA-3 Platte

Das ergibt folgende Leistungsbewertung in Windows 7:

Leistungsbewertung

Die Platte ist mal wieder der Bremser, aber für eine aktuelle SSD muss man noch einiges hinlegen. Wen es interessiert: dasgunn, unser Hardware-Mann, empfiehlt derzeit eine Vertex-III, die es ab ca. 220 € gibt. Vielleicht später.

Ergebnis

Ich möchte jetzt die wirklich Hammer-Benchmark-Werte mal außen vor lassen, denn die sagen aus Entwicklersicht letztlich nichts aus. Für mich war am einschneidensten das im folgenden Video demonstrierte Startverhalten von VMWare Workstation 7. Ich habe das Video nicht beschnitten und was man sieht, ist das Resume einer virtuellen Maschine mit Windows XP, 2 GB RAM-Nutzung:

[flv:/wp-content/uploads/2011/05/vmware_speed.flv 500 312]

Wie man sieht, braucht die Maschine nicht mal 3 Sekunden zum Resume. Das dauerte vorher ca. 30 Sekunden. Das Suspend-Verhalten ist ähnlich „aggressiv“. In diesem Maßstab reagieren auch andere Programme.

Visual Studio fühlt sich plötzlich sehr weich an. Selbst bei erstmaliger Nutzung der Package Manager Console treten keine Verzögerungen auf, Ein- und Auschecken am TFS sind gefühlt doppelt so schnell und die Ausgabe beim Erstellen ist kaum noch lesbar.

Der Rechner hat ca. 1.000 € ohne Software und Bildschirm gekostet. Mein Fazit ist, dass diese Investition sich definitiv lohnt und das wollte ich den codingfreaks-Lesern auch mal mitteilen. Wir recherchieren übrigens derzeit, was es für ein gutes Development-Notebook braucht. Das ist eine immer wieder heiß diskutierte Frage und wir werden später über unsere Ergebnisse berichten. Ich fürchte aber bereits jetzt, dass es da mit 1.000 € nicht getan sein wird :-(.

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